Todesfall Checkliste - Das ist nach einem Trauerfall zu tun!

Der Tod eines Verwandten kommt oft plötzlich und unerwartet. Was folgt ist eine große organisatorische und emotionale Herausforderung für Angehörige. Denn bei der Bestattung eines Menschen gibt es einige Pflichten und Fristen, die eingehalten werden müssen und etliche Formalitäten, die zu erledigen sind.

In den ersten Momenten der Trauer fällt es schwer sich mit Finanzfragen oder Versicherungen zu befassen. Vor allem der organisatorische Aufwand einer Bestattung wird häufig unterschätzt. Doch was ist genau zu tun nach einem Todesfall? Wir haben die wichtigsten Schritte nach einem Sterbefall in unserer Todesfall-Checkliste zusammengefasst.

Das muss ich direkt nach dem Todesfall erledigen!

Totenschein: Ein Arzt muss verständigt werden, damit dieser den Tod vor Ort offiziell feststellt und den Totenschein aushändigt. Verstirbt die Person nicht zuhause, wird diese Aufgabe meist von der jeweiligen Einrichtung (Krankenhaus, Hospiz o.ä.) übernommen.

Nahestehende Menschen informieren: Nun gilt es, die weiteren Schritte im engsten Familienkreis zu besprechen und Aufgaben zu verteilen. Die bevorstehenden To-Dos müssen nicht alleine bewältigt werden. Direkte Angehörige bekommen vom Arbeitgeber Sonderurlaub bei einem Todesfall.

Wichtige Dokumente sammeln: Unterlagen wie Personalausweis, Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, usw. werden für unterschiedliche Behördengänge benötigt. 

Bestatter auswählen und beauftragen: Sollte ein Vorsorgevertrag mit einem bestimmten Beerdigungsinstitut bereits vorhanden sein, muss dieses informiert werden. Ansonsten wird ein Bestattungsunternehmen ausgewählt, mit dem die Bestattung geplant wird. Emmora bietet eine große Auswahl an Bestattern und weiteren Dienstleistern und hilft kostenlos bei der Wahl des richtigen Bestatters.

Verträge und Verfügungen: Hatte die verstorbene Person bereits Vorsorge getroffen, sollten entsprechende Unterlagen eingesehen werden (z.B. Testament, Vorsorgevertrag mit Bestattungsinstitut, Organspende, Bestattungsverfügung, usw.) um entsprechend zu handeln. Ist ein Testament vorhanden, muss dieses darüber hinaus zum Nachlassgericht gebracht werden. Das befindet sich im Amtsgericht am Wohnort des Verstorbenen.

Das Bestattungsunternehmen unterstützt die Angehörigen bei der Erledigung sämtlicher Formalitäten.

Das ist in den ersten 36 Stunden nach einem Todesfall zu tun

Sterbegeld-/Lebensversicherung informieren: Sollte eine dieser Versicherungen abgeschlossen sein, müssen die Versicherungsunternehmen zeitnah informiert werden, damit die Auszahlung der vereinbarten Versicherungssumme gewährleistet wird.

Sterbeurkunde: Zur Beantragung der Sterbeurkunde werden der Totenschein, Personalausweis, Geburtsurkunde und, falls vorhanden, Heiratsurkunde, Scheidungsurteil oder Sterbeurkunde des bereits verstorbenen Ehepartners benötigt. Wichtig: Die Sterbeurkunde wird beim Standesamt am Sterbeort und nicht am Wohnort beantragt.

Wohnung versorgen: Lebte die verstorbene Person alleine, muss entschieden werden, ob die Wohnung weiter genutzt werden soll. Wenn ja, müssen Haustiere oder Pflanzen versorgt und Strom, Gas, Wasser abgestellt werden. Auch bei einem Todesfall greift die Kündigungsfrist. Daher sollte die Kündigung des Mietvertrags frühzeitig eingereicht werden.

Arbeitgeber informieren: War die verstorbene Person noch in einem Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis, dann sollte der Arbeitgeber oder ggf. auch die Kunden der Verstorbenen zeitnah informiert werden.

Wichtige Aufgaben Bis zur Trauerfeier und Bestattung

Bewusst Abschied nehmen: Jetzt ist die Zeit um bewusst Abschied zu nehmen. Angehörige sollten klar kommunizieren, was Sie bei der Planung der Beisetzung übernehmen wollen und welche Aufgaben Sie an andere abgeben können. 

Abstimmungen mit Bestattungsunternehmen: Gemeinsam mit dem Beerdigungsinstitut werden nun alle Punkte bis zur Beisetzung geplant. Darunter fällt:

  • Bestattungsart wählen (Feuer-, Erd-, See-, oder Waldbestattung)

  • Auswahl von Sarg, Urne, und Totenbekleidung

  • Je nach Bestattungsart muss der Friedhof und das Grab ausgewählt werden

  • Termin für die Bestattung mit der Grabstättenverwaltung festlegen

  • Genehmigung des Krematoriums einholen (nur bei Feuerbestattungen)

  • Den Grabschmuck bestellen (Blumen,Sräuße und Kränze)

  • Restaurant für den Leichenschmaus reservieren

Die Trauerrede: Die Trauerrede über einen geliebten Menschen hat einen sehr großen Wert für alle Hinterbliebenen und ist oft ein zentraler Bestandteil der Abschiedszeremonie. Oft hält der Pfarrer oder ein anderer Geistlicher diese Rede. Alternativ dazu kann man sich auch für einen freien Trauerredner entscheiden. Ein intensives Vorgespräch zur Gestaltung dieser Abschiedsworte ist empfehlenswert.

Traueranzeigen & Trauerkarte: Traueranzeigen sind eine sehr traditionelle Art und Weise um über den Tod eines Menschen zu informieren und öffentlich zur Trauerfeier einzuladen. Sie können zusätzlich aber auch ausschließlich Trauerkarten versenden und so z.B. in kleinerem Kreise zur Beerdigung einladen.

Planung der Trauerfeier: Für die Planung der Trauerfeier können Freunde und Familienmitglieder mit einbezogen werden, die eine enge Bindung zu dem Verstorbenen haben. Gemeinsam fällt die Organisation oft leichter. Die persönliche Einbringung in diesen Prozess ist für die Meisten ein wichtiger Teil der Trauerarbeit.

Die Trauerfeier kann mit den Lieblingsblumen der verstorbenen Person geschmückt werden.

Das muss nach einer Bestattung erledigt werden

Verträge prüfen und Kündigen: Nach der Beisetzung ist Zeit sich einen Überblick über Zahlungsaufträge und Umsätze des Verstorbenen zu verschaffen. Um unnötigen Fortzahlungen zu verhindern, müssen Verträge, Mitgliedschaften, Abos, Strom und Telefon gekündigt werden

Abmelden bei Versicherungen: Die verstorbene Person muss auch bei der Krankenkasse und Pflegeversicherung abgemeldet werden und die Krankenversicherungskarte wird zurückgegeben. Vorsicht: Mit dem Tod des Hauptversicherten endet auch die Familienversicherung der Angehörigen. Trotz des geltenden Versicherungsschutzes, sollten Angehörige sich mit ihrer Versicherung abstimmen.

Klärung von Leistunsgsansprüchen: Als Ehepartner stehen ihnen eventuell Leistungen zu, z.B. die Witwer-/Witwenrente. Diese muss jedoch erst aktiv bei der Rentenversicherung beantragt werden. Bis über den Antrag entschieden wird, kann man in vielen Fällen das Sterbevierteljahr beanspruchen. Dieses beinhaltet die dreimonatige Fortzahlung der Rente des verstorbenen Partners.

Grabpflege: Sechs Wochen nach der Beerdigung wird Grabschmuck in Form von Trauerkränzen und Sträußen entfernt. Nun müssen sich Angehörige Gedanken über die Bepflanzung und Pflege des Grabes machen und ggf. einen Gärtner beauftragen.

Digitaler Nachlass: Wenn es eine Vollmacht gibt, richtet man sich nach ihr und erhält darüber im Idealfall auch Zugang zu den entsprechenden Netzwerken und Internetanbietern. So kann man z.B. das Facebook-Profil in den Gedenkzustand versetzen oder Mail-Accounts löschen. 


Dieser Überblick der wichtigsten Aufgaben hilft, die Punkte bis zur Beerdigung Schritt für Schritt zu abzuarbeiten. Emmora unterstützt kostenlos und hilft bei der Organisation einer Bestattung. Die Emmora Todesfall-Checkliste steht auch hier als download bereit: https://emmora.de/todesfall-checkliste-herunterladen 

Sie möchten für den eigenen Todesfall oder einen bevorstehenden Sterbefall in der Familie vorsorgen? Mit der Vorsorge-Checkliste zum download haben wir alle wichtigen Punkte zusammengefasst. Für Fragen oder Unterstützung steht Emmora jederzeit zur verfügung.

 

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