Toxische Beziehungen - Was ist das überhaupt?

Toxische Beziehungen sind Gewaltbeziehungen. So beschreibt es Brigitte Burow. Sie ist Expertin für toxische Beziehungen und bietet Betroffenen Hilfe und Unterstützung durch Einzelcoachings an. Im folgenden Text klärt sie auf, woran man eine toxische Beziehung erkennen kann und gibt Tipps, was Betroffene tun können.

Wenn ein Partner den anderen manipuliert, demütigt, lächerlich macht, erniedrigt, bedroht und dessen Selbstvertrauen systematisch zerstört. Wenn das Opfer durch ständigen und abrupten Wechsel von Idealisierung und Abwertung in einen Zustand großer emotionaler Not versetzt wird und der toxische Partner erheblichen psychischen Druck ausübt. Toxische Beziehungen besitzen eine ungeheuer destruktive Kraft, die das Opfer an den Rand seiner Kräfte bringen und es im schlimmsten Fall zerstören kann. Suizide sind da keine Seltenheit.

Das Problem ist, dass jede 3. Beziehung eine toxische Beziehung ist und vielen Betroffenen gar nicht klar ist, dass sie sich in so einer Beziehung befinden. Sie fühlen sich erschöpft, kraftlos und krank und kommen gar nicht auf die Idee, dass die Beziehung dafür verantwortlich ist. Psychische Gewalt hinterlässt keine sichtbaren Wunden. Nicht immer, aber größtenteils geht die emotionale Gewalt von Männern aus. Nach außen der erfolgreiche Strahlemann, hinter der verschlossenen Tür der Gewalttäter.

Wie findet man nun heraus, ob man sich in einer toxischen Beziehung befindet?

  • Wenn man feststellt, dass man es dem anderen nie recht machen kann. Man gibt alles, aber es reicht nie. Der andere findet immer etwas zu kritisieren.

  • Wenn man das Gefühl hat, man ist immer und an allem irgendwie schuld.

  • Wenn man sich für Dinge entschuldigt, die man nicht getan hat, nur damit der andere wieder friedlich ist.

  • Wenn man feststellt, dass die eigene Wahrnehmung ins Wanken gerät, weil der andere einem immer wieder nachdrücklich suggeriert, dass man die Dinge falsch wahrnimmt oder in Erinnerung hat.

  • Wenn man mit dem anderen keine klärenden Gespräche führen kann, weil man ihn nicht erreicht oder er der Diskussion aus dem Weg geht.

  • Wenn der andere auf berechtigte Kritik vollkommen überzogen und zutiefst beleidigt reagiert.

  • Wenn der andere einen emotional verletzt und keinerlei entlastende Entschuldigung folgt.

  • Wenn der Partner versucht, einen von Familie und Freunden zu isolieren, weil die angeblich nicht gut für einen sind oder nichts taugen.

  • Wenn man sich energie- und kraftlos fühlt und nicht weiss, warum.

Diese Liste ließe sich endlos fortführen. Aber wenn auch nur ein oder zwei der genannten Situationen zutreffen, sollte man seine Beziehung dringend genau überprüfen.

Brigitte Burow bietet in ihrer Praxis psychologische Beratung und Coaching für Betroffene von toxischen Beziehungen an.

Was kann man tun, wenn man den Verdacht hat, in einer toxischen Beziehung zu stecken?

Man braucht Hilfe! Das Traurige ist, dass es für eine toxische Beziehung keine gemeinsame Zukunft gibt. Der toxische Partner wird sich niemals ändern und in der Beziehung auszuharren macht den Betroffenen krank und treibt ihn schlimmstenfalls bis in den Suizid. Das Wichtigste ist also, sich aus dieser Beziehung zu lösen. Auch das ist oft nicht so einfach, da der toxische Partner das als tiefe Kränkung empfindet und versucht, alle Register zu ziehen, um das zu verhindern. Es gibt aber auch Ausnahmen, in denen der toxische Partner den anderen einfach von heute auf morgen fallen lässt, weil dieser plötzlich nicht mehr interessant für ihn ist.

Mit der Unterstützung von Familie, Freunden und auch Therapeuten und Selbsthilfegruppen ist es möglich, den ersten Schritt zu gehen und sich aus der Beziehung zu lösen. Dann braucht man psychologische Hilfe um die tiefen emotionalen Verletzungen heilen zu können und sich langsam wieder auf den Weg in ein freies und selbstbestimmtes eigenes Leben zu machen.

Es gilt zu ergründen, warum man in so eine Beziehung „geraten“ ist, darin ausgeharrt hat und sich so vieles gegen die eigenen Werte und Haltungen hat gefallen lassen. Meist findet man dann relativ schnell tiefe Wunden, die z.B. aus der Kindheit stammen und im Unterbewusstsein verankert sind. Hier setzt die Heilung an - u.a. auch, um in Zukunft zu vermeiden, erneut eine toxische Beziehung einzugehen.

Sehr bewährt auf dem Weg der Heilung hat sich die Unterstützung mit Hypnose. Das ist nicht zu verwechseln mit der bekannten Show-Hypnose. Die therapeutische Hypnose, die hier angewendet wird, gilt als eine der ältesten Heilmethoden der Welt und ihre Effektivität und Wirksamkeit ist anerkannt. Mit der Hypnose kann man auf das Unterbewusstsein einwirken und dort positive Veränderungen anstoßen.

Wichtig ist, das wir alle mehr Bewusstsein dafür entwickeln, dass es toxische Beziehungen gibt - mehr als man vermutet - und die Betroffenen dringend unsere Hilfe und Unterstützung benötigen. Kaum einer schafft es allein, sich aus dieser emotionalen Hölle zu befreien.


Brigitte Burow hat eine mehrjährige Ausbildung in verschiedenen Bereichen der Persönlichkeitsentwicklung und des Coachings. Mit einem breiten Angebot an Behandlungsmethoden unter anderem Hypnose, Reiki und Gesprächstherapie, kann Sie Menschen bei unterschiedlichen Problemstellungen helfen - von der Trauerbegleitung, Schlafstörungen bis hin zum Überwinden von toxischen Beziehungen.

Brigitte Burow - Leben in Balance

Kontakt:


Für alle, die Hilfe und Unterstützung zum Thema Suizid und Depressionen benötigen, haben wir hier einige Kontakt- und Beratungsstellen gelistet, die euch zur Seite stehen: Informationen und Beratung - Diese Experten helfen bei Depressionen und Suizid in Berlin

Weitere Artikel lesen

Das könnte Dich auch interessieren.

7 Dinge, die ich gern vorher über Trauer gewusst hätte

Warum wir etwas über Trauer wissen sollten, bevor sie uns erwischt.

Suizid und die kirchliche Trauerfeier

Wie man als Bestatter mit Suizid umgeht -Teil 3

Mir macht der Tod Mut

Am 28.12.2014, vormittags gegen 11 Uhr bin ich verstorben. Das Letzte, an das ich mich erinnern kann, ist, wie mein Kreislauf zusammen gebrochen ist. Es fühlte sich an, wie das Fallen in der steilsten Achterbahn, die man sich nur vorstellen kann. Dann war Totenstille.