Ostern – Fest des Lebens und der Hoffnung in Zeiten von Corona

Welche Hoffnung kann in solchen Zeiten von einem Osterfest ausgehen?

Foto: Studio Gleis 11/ Jens Schierenbeck



Ein neues Virus ist aufgetreten und es betrifft uns dieses Mal alle, nicht nur die Menschen in fernen Teilen der Welt. Wir alle müssen auf unseren gewohnten Alltag, auf so viele Freiheiten, sogar auf Grundrechte verzichten! Ein Virus, das uns persönliche Kontakte und Umarmungen verbietet –besonders heftig trifft es diejenigen unter uns, die schon durch den Tod eines geliebten Menschens auf so vieles verzichten müssen. 


Als Pastorin frage ich mich da: Welche Hoffnung kann in solchen Zeiten von einem Osterfest ausgehen, bei dem sogar Kirchen und Friedhofskapellen ihre Türen geschlossen halten? Wo wir selbst diesen Raum nicht betreten dürfen, der in der Not Gemeinschaft und Halt geben kann?


Ich schreibe das als Pastorin und als Ihr Mitmensch, der wie Sie gerade unter dem Verlust eines Angehörigen und unter den Folgen von „Corona“ leidet. Auch ich werde dieses Osterfest verzichten müssen – auf die Familienfeier, bei der jetzt ein Stuhl leer bleiben würde, auf vertraute Rituale. Verlust – Verzicht – Einsamkeit. In den vergangenen Wochen habe ich mich oft in dieser Abwärtsspirale der Sehnsucht nach den „guten alten Zeiten“ tiefer und tiefer nach unten bewegt. Habe alles Schöne, Unbeschwerte, Heile nur im Blick zurück in die Vergangenheit gesehen. Vielleicht kommt Ihnen das auch vertraut vor. Wir sehen in der Zukunft kein Heil, weil Trauer und Angst den Blick nach vorne blockieren. 


Als Pastorin aber habe ich doch jedes Jahr zu Ostern Menschen wie mir Mut gemacht. Waren das etwa leere Worte?


Es fällt mir nicht leicht, das gebe ich zu, weil meine Gefühle von Trauer überschattet sind. Aber! Aber ich nehme einen Gedanken mit, den ich bisher jedes Osterfest verkündet habe: Habe Mut! Vorne in der Zukunft wartet Leben. Ostern – gerade dieses Jahr bedeutet das für mich Auferstehung – und zwar Auferstehung der Hoffnung. Auferstehung des Mutes. Gegen die Angst. 


Nichts ist für immer verloren, das glaube ich fest. Wir durchleben schmerzhafte Entwicklungen zur Zeit, wir sehnen uns nach dem, was wir hinter uns ließen. Aber lassen Sie uns mutig sein und positiv. Und träumen von dem, was kommt.

Pastorin Ann Margaret Bär

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