Christine Hahn ist Trauerrednerin und Coach. Sie hat die Trauer am eigenen Leibe kennengelernt und macht anderen Trauernden Mut, denn sie weiß: Hoffnung liegt in uns.

In diesen kalten Novembertagen wechselt die Vorfreude auf die Vorweihnachtszeit sich ab mit der Angst angesichts ansteigender Corona-Inzidenzwerte. Ein Zustand, der viele Menschen zermürbt. Umso mehr ist es mir ein Anliegen, aufgrund eigener Erfahrungen, in diesen Tagen Hoffnung zu verbreiten.


Laut Wikipedia stammt der Begriff Hoffnung vom mittelniederdeutschen „hopen“ ab und steht für hüpfen, springen, zappeln. Das heißt für eine zuversichtliche innerliche Ausrichtung darauf, dass etwas Wünschenswertes eintreten wird, ohne Gewissheit darüber zu haben, dass es so kommt. Was ich aber habe, wenn ich hoffnungsvoll bin, ist eine positive Erwartungshaltung. Diese wiederum beeinflusst mein Denken, meine Emotionen und damit auch meine zukünftigen Handlungen. Angst und Sorge, dass das Erwünschte nicht eintreten wird, können ebenfalls dazu gehören. Gefühle treten selten autark in uns auf. Entscheidend dabei ist: Hoffnung ist eine der drei christlichen Tugenden neben Glaube und Liebe, aber vor allem etwas, das aus uns kommt und nicht allein von außen.


Wenn Hoffnung auf Hoffnungslosigkeit trifft


Im Außen erlebte ich vor rund 2 Jahren einen unvergesslichen Moment. Ich erinnere mich an jedes noch so winzige Detail, rieche geradezu wie nasskalt und feucht die Luft an diesem Januarmorgen war. Eben hatten mir die Ärzte die freudige Nachricht überbracht, dass außer meiner Krebs-Operation keine weiteren Therapien notwendig wären. Was für eine hoffnungsvolle Nachricht, die ich sofort meinem Bruder und Herzmenschen überbrachte. Was dann folgte, ließ mein eben noch freudig hüpfendes Herz innerhalb von Sekunden zerbersten wie ein Glas, das in tausend Teile zerspringt. Die Ärzte im Krankenhaus hätten ihm eben mitgeteilt, dass er einen Hirntumor habe, der innerhalb kürzester Zeit zum Tod führen würde. Eine Nachricht ohne Hoffnung. Innerhalb weniger Minuten prallten zwei Welten aufeinander: Hoffnung vs. Hoffnungslosigkeit.


Ein Alptraum ohne Ende


Meine Gefühle spielten verrückt. Ein Schock. Das Gefühl, Zuschauer meines eigenen Lebens zu sein. Nicht in der Lage, das eben Gehörte wirklich als wahr anzunehmen. Aber es sollte real werden. Die folgenden 7 Monate glichen einem Alptraum, an dessen Ende uns als Familie nur noch blieb, meinem Bruder bis zur letzten Minute beizustehen und ihn in den Tod zu begleiten. Als ich gerade aufwachen wollte und dachte, der böse Traum sei zu Ende, kam der Anruf meiner Ärztin: Diagnose Krebs. Er war zurück in meinem Körper. Es folgten Operationen, Strahlen- und Chemotherapie und damit verbunden die Hoffnung, bei der Einschulung meiner kleinen Tochter dabei sein zu können.


Meine Kräfte als alleinerziehende Mama und Unternehmerin waren ziemlich aufgebraucht und als die notwendige Reha anstand, kam erneut ein Dämpfer von außen: Corona. Alles dicht. Keine Reha. Stillstand! Das ganze Land wurde angehalten; und auch ich habe angehalten. Bei allem was um mich herum passierte, gab ich die Hoffnung nicht auf. Genau in dem Moment spürte ich etwas ganz Entscheidendes: Die Hoffnung kam aus mir.


Mit der Kraft der Natur zu Sinn & Hoffnung finden


Es war mein Gefühl, leben zu wollen. Meine Erfahrungen für etwas nutzen zu wollen, das Sinn ergibt. Dankbar zu sein, für das was ich habe und dafür, mein Leben noch gestalten zu können. Dieses, mein Leben habe ich dann in die Hand genommen, mich auf den Weg gemacht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich bin viel spazieren gegangen und habe dabei die jahreszeitlichen Veränderungen im Wald ein Jahr lang beobachtet; dabei die unendliche Schönheit und Kraft unserer Natur gespürt. Diese Kraft hat mir dabei geholfen, in meine eigene Stärke zurückzufinden.


Zu entdecken was gelebt werden will


Damit wusste ich noch lange nicht, wie es für mich privat und beruflich weitergeht. Wo bei alledem der Sinn war? Dabei hat mir persönlich eins geholfen: Das Visualisieren. Alles aufzuschreiben, was in mir war an Ideen, Wünschen und auch Träumen. Ich habe alles zugelassen, nichts für Unmöglich erklärt. Daraus entstand ein Lebenskonzept, das ich dann wiederum einem Team aus Freunden und auch Fachleuchten präsentiert habe. Es fühlte sich an wie „nackig“ machen. Aber es hat geholfen. Mit diesem Input angereichert, entstand meine neue, sinnvolle Aufgabe: Als freie (Trauer-)Rednerin & Coach anderen Menschen ein Anker zu sein, ihnen hoffnungsvolle Momente aufzeigen und etwas Entscheidendes zu vermitteln: Glaube, Liebe und Hoffnung stecken in uns.

Christine Hahn lebt in Stuttgart,
die Stadt in der sie groß geworden ist,
Lebensstationen in den letzten 40 Jahren
waren unter anderem auch Valencia und Heidelberg.
Zahlreiche spannende berufliche Herausforderungen bei der Allianz,
dem VfB Stuttgart und der Porsche AG mündeten vor 12 Jahren in die Selbständigkeit.
Etwas Neues auszuprobieren zählt zu den Leidenschaften von Christine.  
Neben dem, stets den eigenen Weg zu finden und zu gehen.
Aktuell arbeitet sie als freie Rednerin & Coach.
Ist Gründerin eines Online-Shops und
alleinerziehende Mutter einer 4jährigen Tochter.
Sie liebt es zu lachen, ihren Kaffee am Morgen, Waldspaziergänge und ihre Familie & Freunde.  
Was sie gerne könnte wäre zu singen, sich Zutaten in den Kühlschrank zu wünschen und stets geduldig zu bleiben.

 

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