Den Abschied persönlich gestalten - so geht's

Bestattungen laufen immer nach dem gleichen Schema ab und sind recht unpersönlich? Das war einmal! Es gibt inzwischen zahlreiche Möglichkeiten für den persönlichen Abschied.

Abschiedsrituale

Der Abschied von einem geliebten Menschen ist niemals leicht. Umso wichtiger ist ein persönlicher Abschied. Nicht nur, weil eine individuelle Trauerfeier perfekt auf den Verstorbenen zugeschnitten werden kann. Sondern auch, weil es den Hinterbliebenen den Abschied erleichtert.

Was gibt es Neues?

Doch was ist überhaupt möglich? Was gibt es Neues? Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, den Abschied zu gestalten. So zum Beispiel:

  • Blumenladen

  • das Bemalen des Sarges

  • persönliche Trauerreden

  • bunte Trauerfeiern

  • personalisierte Musik

  • besondere Rituale

  • und vieles mehr...

Immer häufiger kommt es vor, dass Angehörige den Sarg oder auch die Urne selbst gestalten wollen. Dabei sind der Fantasie an sich keine Grenzen gesetzt. Ob Blumen, Landschaften oder anderes, erlaubt ist, was gefällt. Eine schöne Möglichkeit des Abschieds ist es auch, die Trauergäste an der Sarggestaltung zu beteiligen. Sei es mit einem letzten geschriebenen Wort oder einer Zeichnung. Sprechen Sie den Bestatter darauf an. 

Auch die Trauerrede birgt Potenzial, den Abschied persönlicher zu machen. Es ist kein Muss, dass diese besondere Rede ein Pfarrer oder ein Trauerredner übernimmt. Auch die Angehörigen können die Rede halten. Denn wer weiß besser von der verstorbenen Person zu berichten, als sie. Ob dabei nur eine Person eine Trauerrede hält oder mehrere Menschen zu Wort kommen, bleibt ganz dem persönlichen Geschmack überlassen. Ebenso ist es bei den Themen der Rede. Es können Erinnerungen sein, aber auch Worte, die noch gesagt werden wollten.

Farben bieten ebenfalls ein großes Personalisierungspotenzial. Denn wer sagt, dass ein Abschied immer schwarz sein muss? Trauerfeier und auch Bestattung können auch in der Lieblingsfarbe des Verstorbenen gehalten werden.

Ebenso ist es mit der Musik. Warum traurige Weisen, wenn es auch der Lieblingssong des bzw. der Verstorbenen sein kann? Egal ob Klassik, Schlager oder sogar Heavy Metal, wichtig ist nur, es passt zum Toten.

Der Brauch, Blumen in das offene Grab zu werfen ist jedem bekannt. Doch es gibt noch mehr. Wie wäre es mit dem Aufsteigen lassen von Luftballons? Oder damit, kleine Papierschiffchen mit einem letzten Gruß auf einem kleinen Bach wegschwimmen zu lassen?

 Eine weitere Möglichkeit sind Traueroblaten. Anders als die bekannten Oblaten während eines Gottesdienstes sind die Traueroblaten aus ungebranntem Ton hergestellt. Sodass sie sich bei Wasserkontakt auflösen und so mit der Erde verbinden. Die Traueroblaten werden wie ansonsten Blumen in das offene Grab geworfen. Dabei muss diese besondere Grabbeigabe keinesfalls rund sein. So gut wie alle Formen sind möglich. Ebenso ist die Personalisierung mit Namen machbar.

Alternative Bestatter

Bestatter sind immer zugeknöpft, schwarz gekleidet und bieten nur Standard? Nicht immer! Denn es gibt auch alternative Bestatter. Sie verstehen, dass Standard nicht für jeden das richtige ist. Und weisen neue Wege. Doch nicht nur das. Neben alternativen Bestattungen greifen sie auch alte Bräuche wieder auf.

Etwas, das früher Tradition hatte, wird immer öfter angeboten: das Totenbett. Für bis zu 36 Stunden kann der Verstorbene so zu Hause im Kreise seiner Lieben bleiben. So erhalten Familie und Freunde die Möglichkeit, sich im Heim des Verstorbenen in Ruhe und in bekannter Umgebung zu verabschieden. Und den Tod zu begreifen.

Doch nicht nur der Brauch des Totenbettes kommt wieder auf. Auch andere Bräuche und Traditionen wie die Uhren anzuhalten oder auch ein Fenster zu öffnen werden wieder öfter begangen. Und verleihen dem Abschied mehr Persönlichkeit.

Interessante neue Möglichkeiten

Die Möglichkeit der Personalisierung des Abschieds und auch das Abhalten von Abschiedsritualen ist für Angehörige sehr interessant und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Doch warum ist das so?

Der Grund hierfür liegt in der Liebe und Freundschaft, die für die verstorbene Person empfunden wird. Eine Standard-Bestattung wirkt unpersönlich und steif und hat meist so gar nichts mit der Persönlichkeit des Menschen zu tun. Ein schwerer Abschied somit.

Eine alternative Bestattung und auch Abschiedsrituale erleichtern den Abschied. Die Angehörigen erhalten das Gefühl, noch ein letztes Mal etwas für den geliebten Menschen getan zu haben. Sie wollen die Bestattung schöner gestalten. Und haben auch die Möglichkeit dazu.

Es kann auf die Persönlichkeit des Verstorbenen eingegangen werden. Sein Leben dargestellt werden. Erinnerungen geteilt werden.

Das Wichtigste: sich trauen!

Die Bestattung und der Abschied haben nichts mit dem Bestatter oder anderen Menschen zu tun. Es geht rein um den Verstorbenen und die Angehörigen. Nur sie entscheiden, wie der Abschied sein soll.

Der Bestatter rät von besonderer Musik ab? Bekannte halten nichts von einem selbst gestalteten Sarg? Na und? Es geht nicht um die Meinung anderer!

Trauen Sie sich und gestalten Sie den Abschied so, wie Sie es für richtig halten und wie es der verstorbenen Person gefallen hätte. Denn: der Abschiedsprozess und die Trauerbewältigung beginnt in diesem Augenblick. Mit der Planung eines persönlichen Abschieds.

Trauen Sie sich! Es tut Ihnen gut. Und Sie werden überrascht sein, wie viele Ideen Sie dann auf einmal haben.

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