Die richtige Bestattungsart finden - So geht´s

Die Wahl der Bestattungsform sollte ganz klar nach den Wünschen des Verstorbenen ausgerichtet werden. Hilfreich dabei: Schon zu Lebzeiten die Bestattungsvorsorge klären und Wünsche und Vorstellungen zur Beerdigungsform in einem Testament festhalten. Das erleichtert nicht nur die Bestattungsorganisation für die Hinterbliebenen, sondern stellt auch sicher, dass die Beisetzung so abläuft, wie der Verstorbene es sich immer gewünscht hat.

Erd- oder Feuerbestattung

Urne oder Sarg? Kremation oder Erdbestattung? Die erste Frage, die es zu klären gilt, wenn eine Bestattung geplant wird ist: Soll es eine klassische Erdbestattung im Sarg sein oder eine Einäscherung mit anschließender Urnenbeisetzung? Hilfreich dabei kann ein Blick auf die Kosten sein, die je nach Bestattungsart stark variieren können. Noch wichtiger ist allerdings die Frage welche Bestattungsform zu der verstorbenen Person passt, denn die unterschiedlichen Bestattungsarten der Feuerbestattung ermöglichen sehr individuelle Beisetzungen. Um das herauszufinden, sollte man sich fragen:

  • Gibt es Angehörige, die das Grab später besuchen möchten?

  • War die verstorbene Person zu Lebzeiten sehr verbunden mit der Natur?

  • Welche Rolle spielen Traditionen und Religion?

Erdbestattung zwischen Wahl- und Reihengrab

Klassische Erdbestattung im Sarg auf einem Friedhof

Wenn ein Grab, als Ort der Trauer, wichtig für die Hinterbliebenen ist, dann liegt die Entscheidung für ein Wahl- oder Reihengrab nahe. Während die Abfolge den Platz eines Reihengrabes innerhalb einer Grabreihe bestimmt, lässt sich ein Wahlgrab ganz konkret aussuchen und im voraus für eine Ruhezeit von rund 25 Jahren bezahlen.

Wahlgräber lassen sich auch als Familiengräber kaufen, so können alle Familienmitglieder an einem gemeinsamen Ort ihre letzte Ruhe finden. So mancher möchte auch gern neben dem geliebten Lebens- bzw. Ehepartner begraben liegen, hier sind Doppelgräber eine schöne Wahl. Die Grabgestaltung dieser beiden Grabarten kann ebenfalls individuell durch Grabsteine, Kreuze und besondere Bepflanzung bestimmt werden. Mittlerweile gibt es für klassische Grabsteine und Kreuze auch moderne Alternativen, zum Beispiel bemalte Stelen, die auf der Grabstätte aufgestellt werden.  

Auch kann eine Erdbestattung anonym erfolgen - hierbei wird die Grabstätte nicht gekennzeichnet. Damit fällt die Grabpflege für die Hinterbliebenen weg, wodurch sich auch die Kosten für die Erdbeisetzung reduzieren.   

Grabstelen als Alternative zu klassischen Grabsteinen

Über 80% entscheiden sich für eine Feuerbestattung

Neben der klassischen Beerdigung, ist die Feuerbestattung die beliebteste Bestattungsart der letzten Jahrzehnte. Die Einäscherung des Verstorbenen erfolgt in einem Krematorium. Anschließend wird die Asche in eine Urne gefüllt und beigesetzt. Feuerbestattungen auf dem Friedhof sind ebenfalls in einem Wahl- oder Reihengrab möglich. Diese Urnengräber können individuell durch besondere Grabbepflanzung und Grabsteine gestaltet werden. Die Urne kann aber auch in einem Kolumbarium, einer Urnenstele oder Urnenwand beigesetzt werden. Hier fällt die Grabbepflanzung jedoch weg. Anonyme Grabstätten sind ebenfalls möglich, wobei auch hier keine Kreuze, Grabsteine und anderweitige Kennzeichnen der Ruhestätte möglich sind. 

Grundsätzlich gilt die Feuerbestattung als die günstigere Alternative zu einer Erdbestattung, da sowohl die Urne, als auch die geringere Größe der Grabstätte kostengünstiger ausfallen. Wichtig zu beachten: Auch bei der Feuerbestattung können einzelne Kosten stark variieren. Wählt man eine hochwertige Edelholz-Urne oder möchte man eine große Trauerfeier, können die Kosten der Feuerbestattung vergleichbar mit denen einer Erdbestattung ausfallen. 

Feuerbestattung auf See, der grünen Wiese und unter einem Baum

Seebestattung

Für Naturfreunde, die das Meer lieben, dort vielleicht gewohnt haben oder viel auf Hoher See unterwegs waren, ist eine Seebeisetzung genau das Richtige. Einer Seebeisetzung geht immer die Kremation des Verstorbenen voraus. Anschließend wird die Asche in eine wasserlösliche Urne gefüllt und auf offener See beigesetzt. In Deutschland sind Seebestattungen in der Ost- und Nordsee möglich. Einige Bestatter bieten Seebeisetzungen auch auf dem Atlantik an. Angehörige können die Trauerfeier direkt auf dem Schiff veranstalten. So, wie bei der Erdbestattung Erde auf das Grab geschüttet wird, gibt es bei der Seebeisetzung den Brauch Blumen und andere “ökologische” Andenken mit ins Wasser zu werfen. Einen festen Trauerort, in Form eines Grabes, gibt es bei der Seebeisetzung leider nicht. 

Seebestattung in der Ostsee

Wiesenbestattung

Wer eine Leidenschaft für das Wandern hat, kann auf an einem Felsen bestattet werden. Aktuell ist diese Bestattungsart allerdings nur in der Schweiz gestattet. Gleiches gilt für die Almwiesenbestattung, bei der die Asche sprichwörtlich auf der grünen Wiese verstreut wird. In Deutschland herrscht ein striktes Bestattungsgesetz, wonach die Asche des Verstorbenen beigesetzt werden muss und nicht verstreut werden darf (Beisetzungszwang). 

Waldbestattung

Wer das Spazieren durch heimische Wälder genießt oder eine große Leidenschaft für regionale Gefilde hegt, für den sind Wald- oder Baumbestattungen eine gute Wahl. Hierbei wird die Urne im Wurzelwerk eines Baumes beigesetzt. Die Baumbestattung gehört zu den nachhaltigsten und ökologischsten Bestattungsformen und daher immer mehr im Trend.

Zur Kennzeichnung der Ruhestätte können Plaketten mit dem eigenen Namen und Daten angebracht werden. Das Wurzelwerk bzw. der Baum kann auch eine Möglichkeit für ein Familiengrab sein. Bis zu zwölf Personen können in der Regel unter einem Baum beigesetzt werden. Auch auf freigegebenen Waldflächen sind Bestattungen möglich – allerdings nur anonym. Diese Form der Bestattung ist für Menschen denkbar, die in ihrem Leben die Natur liebten und die Freiheit schätzten.

Waldbestattung im Ruheforst

Besondere Bestattungsarten:

Zu den exklusivsten Bestattungsformen zählt die Kristall- oder Diamantbestattung. Ein Teil der Asche - rund 10% - wird in einem Diamanten oder Kristall verarbeitet. Diese können dann in einem Schmuckstück von den Hinterblieben getragen werden. Die restliche Asche muss allerdings trotzdem beigesetzt werden. Die bereits erwähnte Beisetzungspflicht gilt auch hier. In Deutschland ist es auch nach wie vor nicht gestattet, die Urne eines Verstorbenen mit nach Hause zu nehmen.

Die genannten Bestattungsmöglichkeiten spiegeln natürlich nur eine Auswahl der verfügbaren Optionen wieder. Für eine unverbindliche und kostenfreie Beratung steht Emmora unter 030 233 273 47 jederzeit zur Verfügung.

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