Informationen und Beratung - Diese Experten helfen bei Depressionen und Suizid in Berlin

In Deutschland sterben etwa ebenso viele Menschen durch Suizid wie durch Verkehrsunfälle, AIDS, illegale Drogen und Gewalttaten zusammen. Um die Öffentlichkeit auf das weitgehend verdrängte Problem der Suizidalität aufmerksam zu machen, wird jedes Jahr am 10. September der Welttag der Suizidprävention begangen.

Wir möchten uns dem Thema mit einer Themenwoche widmen, bestehend aus Artikeln, Postings und konkreten Hilfsangeboten, um Aufmerksamkeit für das Tabuthema Depression und Suizid zu schaffen. Die folgenden fünf Beratungsstellen in Berlin bieten Anlaufpunkte und Beratung für Menschen, die an Depressionen leiden oder gelitten haben, jemanden kennen, der unter Depressionen leidet oder sind einfach da, wenn man jemanden zum Reden braucht.

IMMANUEL BERATUNG MITTE - LEBENSBERATUNG IM BERLINER DOM

Die Lebensberatung im Berliner Dom bietet Gesprächsdienste für Menschen in Lebenskrisen an, unabhängig von ihrer Religion und Nationalität. Rund 20 ehrenamtliche und zwei hauptamtliche Mitarbeiterinnen bieten Krisenberatung, Seelsorge, Paarberatung und Supervision an. Neben ihren eigentlichen Berufen sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Seelsorge, Seelsorgepsychologie, Psychologischer Beratung, Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Psychotherapie oder Supervision ausgebildet. Die Lebensberatung bietet qualifizierte Beratung für Menschen mit Beziehungsproblemen, Menschen, die sich ausgegrenzt fühlen, Menschen, die Probleme am Arbeitsplatz oder in der Familie haben. Hier finden sie Gesprächspartner, die von ihrem christlichen Menschenbild getragen werden.

Kontaktinformationen:

  • Am Lustgarten 1, 10178 Berlin

  • Telefon +49 30 32507104

  • Fax +49 30 32509117

  • beratung.mitte(a)immanuel.de

  • Montag bis Freitag 14.00 – 18.00 Uhr oder nach Vereinbarung

Fotocredit: Amann

BeSuBerlin - Beratung für suizidbetroffene Angehörige

Wir sind BeSu Berlin, ein vier Jahre junges Projekt der Telefonseelsorge Berlin e.V. Wir beraten An- und Zugehörige nach einem Suizid und Menschen, die mit der Suizidankündigung eines nahestehenden Menschen leben müssen. In Einzelgesprächen und angeleiteten Gruppen bieten wir Raum für Austausch und Entlastung. In Infoabenden informieren wir zu verschiedenen Themen im Umgang mit Suizid.

Kontaktinformationen:

  • Nansenstr. 27, 12047 Berlin

  • Tel.: 030/62 73 27 34

  • http://www.besu-berlin.de/

  • Spendenkonto: Telefonseelsorge Berlin e.V.

  • BFS Bank für Sozialwirtschaft

  • DE29 1002 0500 0001 6432 03

  • Verwendungszweck: Beratung

die erfahrungsexperten

Die erfahrungsexperten bieten Angebote für Betroffene, die sich bereits grundlegend stabilisiert haben und bspw. auf einen Therapieplatz warten. Ebenso gibt es präventive Angebote, damit es im besten Fall gar nicht zu einer akuten Krise kommt oder - wenn doch - damit dann konstruktiv umgegangen werden kann. Das alles mit der Besonderheit, dass alle im Team selbst von einer psychischen Erkrankung betroffen sind oder waren und ihre Erfahrungen weitergeben.  Zu den konkreten Angeboten gehören Präventionskurse und Kurse zur Überbrückung von Therapiewartezeit, (Online)Veranstaltungen und unsere Peer-Beratung, in der Betroffene und Angehörige sich mit anderen Betroffenen austauschen können.

Wichtiger Hinweis: die erfahrungsexperten sind keine Beratungsstelle für akute Krisenfälle und haben keine Geschäftsräume, die als feste Anlaufstelle dienen. Für akute Krisenintervention arbeiten sie eng mit Beratungsstellen wie bspw. der Albatros KBS Pankow und dem Krisendienst zusammen, an die Betroffene im konkreten Fall weiterverwiesen werden bzw. wo die Angebote der erfahrungsexperten vor Ort in Kooperation durchgeführt werden.

Kontaktinformationen:

Offene Tür Berlin - OFFENHEIT UND ORIENTIERUNG IN SCHWIERIGEN ZEITEN

Die OFFENE TÜR BERLIN bietet niedrigschwellig Krisenintervention, psychologische Beratung und Lebensbegleitung für Einzelne und Paare an. Im Rahmen spiritueller Beratungen werden Menschen darin unterstützt, ihr Leben aus einer ganzheitlich-geistlichen Perspektive einzuordnen. 1958 gegründet, ist die Einrichtung eine der ältesten psychosozialen Beratungsstellen Berlins, in der damals wie heute Ratsuchende in akuten Krisen und schwierigen Lebensphasen von qualifizierten Beraterinnen und Beratern begleitet werden. Neben der klassischen Präsenzberatung in Berlin-Charlottenburg besteht die flexible und ortsungebundene Möglichkeit zu Online- und Telefonberatung bzw. der integrierten Verschränkung ergänzender Beratungsformate (Blended Counseling). Das Beratungsangebot der Offenen Tür ist grundsätzlich kostenfrei, ein finanzieller Eigenbeitrag im Ermessen der Klienten ist jedoch erwünscht.

Kontaktinformationen:

Selbsthilfe- Kontakt und Beratungsstelle Mitte

In der Selbsthilfe-Kontaktstelle wird Unterstützung und Vermittlung für alle Menschen geboten, die sich zu ihnen nahegehenden Themen austauschen möchten. Das Gespräch mit Menschen, denen ich mich nicht groß erklären muss, weil viele Erfahrungen dicht beieinanderliegen, hat einfach eine besondere Qualität. Eins der am stärksten nachgefragten Themen ist das Thema Depression. Allein für junge Menschen unter 35 Jahren bestehen dazu aktuell 4 unterschiedliche Gruppen pro Woche. Selbstorganisiert, wie alle Selbsthilfegruppen, treffen sich dort Menschen, die sich mit ihrer Depression verstanden wissen wollen und die gemeinsam nach Wegen suchen, sie zu bewältigen. Angrenzend an das Thema Depression treffen sich Gruppen zu Zwangsstörungen, Sozialen Ängsten, Burnout und vielen anderen Lebensherausforderungen, die die Ausbildung einer Depression begünstigen. Auch für Angehörige von Menschen mit Depressionen gibt es die Möglichkeit zum Austausch.

Selbsthilfe-Kontaktstellen findet man bundesweit in allen Regionen Deutschlands. Unter der Adresse www.nakos.de bietet eine Suche nach Postleitzahlen die nächstgelegenen Kontaktadressen, sowie zum Stichwort „Depressionen“ bundesweite Unterstützerstellen und Verbände. Die auf Berlin bezogene Datenbank ist unter www.sekis-berlin.de zu finden.

Kontaktinformationen:

Berliner Krisendienst

Der Berliner Krisendienst (BKD) berät seit über 20 Jahren Menschen in Krisen, z.B. wenn diese unter Suizidgedanken leiden. In neun Beratungsstellen erhalten sie rund um die Uhr von Fachkräften am Telefon hierzu Unterstützung, Zuspruch sowie Entlastung – auf Wunsch anonym. An Wochentagen können Personen mit Beratungsbedarf auch zwischen 16 und 24 Uhr zu den Standorten ihres Bezirks ohne Anmeldung zum persönlichen Gespräch vorbeikommen. Für Menschen nach einem Suizidversuch gibt es ebenfalls Gesprächsangebote, um weitere Suizidhandlungen vorzubeugen. In dringenden Fällen kommen die Berater*innen an den Ort der Krise; eine fachärztliche Rufbereitschaft ist vorhanden. Auch Angehörige und professionelle Helfer*innen werden beraten, die sich wegen eines suizidalen Menschen sorgen, genau wie Angehörige, die Menschen durch Suizid verloren haben.

Kontaktinformationen:

Alle Beratungsstellen des Berliner Krisendienstes sind täglich von 16 bis 24 Uhr geöffnet. Telefonische Beratung erhalten Anrufende 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche :

  • Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Hamburger Str.5, 10115 Berlin, Tel.: 030 390 63 – 10

  • Charlottenburg-Wilmersdorf, Horstweg 2, 14059 Berlin, Tel.: 030 390 63 – 20

  • Spandau, Charlottenstr. 13, 13597 Berlin, Tel.: 030 390 63 – 30

  • Pankow, Prenzlauer Berg, Weißensee, Mühlenstraße 48, 13187 Berlin, Tel.: 030 390 63 – 40

  • Reinickendorf, Berliner Straße 25, 13507 Berlin, Tel.:030 390 63 – 50

  • Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg, Schloßstraße 128, 12163 Berlin, Tel.: 030 390 63 – 60

  • Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Irenenstraße 21 A, 10317 Berlin, Tel.: 030 390 63 – 70

  • Treptow-Köpenick, Spreestraße 6, 12439 Berlin, Tel.: 030 390 63 – 80

  • Neukölln, Karl-Marx-Straße 23, 12043 Berlin, Tel.: 030 390 63 – 90

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Am 28.12.2014, vormittags gegen 11 Uhr bin ich verstorben. Das Letzte, an das ich mich erinnern kann, ist, wie mein Kreislauf zusammen gebrochen ist. Es fühlte sich an, wie das Fallen in der steilsten Achterbahn, die man sich nur vorstellen kann. Dann war Totenstille.